> Für viele Bewohner eines Veedels gehört sportliche Bewegung zum elementaren Bestandteil des alltäglichen Lebens. Regelmäßiges Training im Sportverein oder im Fitness-Studio sind jedoch nur einige Möglichkeiten, sich aktiv zu betätigen.
Zahlreiche Freizeitsportler lieben es etwa, durch ihr Veedel zu joggen oder zu radeln. Schnell haben die meisten dabei ihre Lieblingsroute gefunden und ausgearbeitet. Im Idealfall fernab von lauten oder stark befahrenen Straßen drehen sie ihre Runden und genießen gerne die Grünflächen und Wälder ihres Veedels. Beim Austausch unter ihresgleichen geben sie sich gegenseitig Tipps, welche landschaftlichen Kleinode noch vorhanden sind, und erhalten hierdurch neue attraktive Impulse und Anregungen.
Manchen genügt aber auch ein Trimm-Dich-Pfad, um den Körper zu stählen. Auch diese Übungsstätten sind in manchen Veedel ebenso vorhanden wie weitere frei zugängliche Sport- und Trainingsstätten, die ein schnelles Fußballspiel, Basketball-Duelle oder gemeinsames Yoga erlauben.
Und wem das noch nicht reicht oder lieber eine andere Beschäftigung sucht, findet bestimmt im Umfeld einen Verein, der gefällt. Dabei müssen es auch nicht unbedingt die „großen“ bekannten Sportarten sein. Machen Sie sich schlau, informieren Sie sich in Ihrem Veedel – oder besuchen Sie einen der folgenden Vorschläge.
Bolzplatz Pionierstraße
Das Internet verweist auf über 100 Bolzplätze im gesamten Stadtgebiet, was doch eine ziemliche Menge ist. Doch was ist überhaupt ein Bolzplatz? Grundsätzlich sind Bolzplätze kleine Fußballplätze, die meistens nur wenige Meter Fläche umfassen (z.B. 10 x 10 Meter). Sie befinden sich in der Regel mitten im Veedel zwischen Wohnhäusern, damit sich der fußballverrückte Nachwuchs gleich nach der Schule oder nach Erledigung der Hausaufgaben mit Freunden auf dem kleinen Sportfeld treffen kann, um sich körperlich zu betätigen und eventuell die eigenen technischen Feinheiten zu optimieren.
Viele heute namhafte nationale und internationale Fußballstars haben auf solchen Bolzplätzen angefangen, dem runden Leder nachzujagen. Viele von ihnen erinnern sich dabei heute noch gerne an den Beginn ihrer Kickerei. Insbesondere das hier nicht selten raue Klima auf den Straßen und Plätzen der Veedel trägt viel zur Persönlichkeitsbildung bei, denn es heißt: Wer sich hier, gerade auf den Bolzplätzen, behauptet, entwickelt später ein gutes Selbstbewusstsein.
Auch in der Riehler Pionierstraße, unmittelbar in der Nähe vom Seiteneingang des Zoos, befindet sich ein Bolzplatz, der regelmäßig von den Kindern und Heranwachsenden aus den Straßen der Umgebung bespielt wird. Und wer weiß: Vielleicht berichtet ja in einigen Jahren ein Nationalspieler in spe von seinen fußballerischen Anfängen unweit des Zoos?
An der Verlängerung der Dellbrücker Hauptstraße hat der 1895 gegründete TV Dellbrück seine Heimstätte. Umgeben von mehreren Tennisplätzen und einem einladenden Vereinsheim, der „1895 Bistro-Terrasse“, mit gemütlichen Sitzgelegenheiten befindet sich die Sportanlage des Turnvereins. Sie besteht aus einem Rasenplatz (auf dem früher sogar mal Fußballspiele stattgefunden haben, obwohl der Verein selbst nicht über eine Fußballabteilung verfügt) und einer ihm umgebenden Laufbahn. Diese entspricht zwar nicht den modernen (Tartan-)Bahnen mit Vormarkierungen, wie man sie etwa von Bezirkssportanlagen kennt, ist aber durchaus für Trainingsläufe geeignet.
Interessante Notiz: Die Sportanlage ist jederzeit frei verfügbar, da keine Zäune vorhanden sind. Somit kann grundsätzlich jeder interessierte Aktive hier seine Runden drehen oder etwa in Kleingruppen gymnastische Übungen betreiben. Selbst eine Weitsprunganlage steht für Sportler bereit. Wer jedoch auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte den Verein kontaktieren und um offizielle Erlaubnis zum Sporttreiben bitten – oder sich gleich für einen der zahlreichen Sportkurse des Vereins anmelden, wovon wiederum einige im Freien auf dem Sportplatz stattfinden.
Der 2010 erbaute Skatepark am Fuße der Südbrücke ist schon längst kein Insidertipp mehr für skate-begeisterte Jugendliche. Vielmehr hat es sich über Jahre auch bis weit über den Rhein und sogar schon bundesweit herumgesprochen, dass die Pipes eine ideale Fläche fürs Training und mutige Sprünge sind, mit denen später nicht nur Freunde und Gleichgesinnte überrascht werden können. Selbst aus dem Ausland reisen Skateboarder an, um die Anlage auszuprobieren. Kein Wunder, dass in der Vergangenheit bereits zahlreiche Wettbewerbe, auch mit professionellen Teams, im Skatepark stattgefunden haben.
Rund 2000 Quadratmeter umfasst die beleuchtete Skateplaza. Auf qualitativ hochwertigen Bodenplatten finden die Skatefreaks hier unter anderem verschiedene Curbs, China Banks oder Low 2 Highs sowie die berühmten Beer banks aus Barcelona. Die Lage direkt am Rheinufer verspricht den Aktiven zudem nicht nur im Herbst ein interessiertes Publikum, das auf seinem Spaziergang entlang des Rheinufers und des Rheinauhafens kurz stehenbleibt und den Sportlern bei ihren mitunter waghalsigen Sprüngen gerne zuschaut.
Noch eine kurze Info zum Namen des Skateparks: Die Abkürzung KAP bezieht sich auf das dortige Quartier an der Südbrücke; die Zahl „686“ auf die entsprechende Höhe des Rheinkilometers. Der Name Kap686 bot sich daher geradezu an bei der Suche nach einer geeigneten Bezeichnung.
Joggen am Kanal
Wer sich das Skaten nicht (mehr) zutraut, kann im Herbst auch einfach die Joggingschuhe anziehen und eine der zahlreichen Strecken durch Köln per pedes zurücklegen. Jeder Läufer hat hierbei seine Lieblingsstrecke, und daher ist es müßig, an dieser Stelle den Top-Favoriten zu finden und diesen zu benennen.
Eine sehr schöne Laufstrecke befindet sich indes in Lindenthal, nicht weit entfernt vom Aachener Weiher. Rund sieben Kilometer Länge umfasst der Laufweg des „Lindenthaler Kanals“, der auf der gegenüberliegenden Seite des Weihers über der Inneren Kanalstraße beginnt respektive endet. Die angenehme Strecke führt die Läufer über Asphalt des Veedels und durch das Grün des Stadtwalds. Da die Gegend entlang der Laufstrecke, in diesem Fall zwischen Clarenbachkanal und Rautenstrauchkanal, mit attraktiven Alleen hübsch gestaltet ist, bekommen die Sportler auch einiges geboten – sofern sie hierfür denn den Blick frei haben. Unter schattigen Bäumen kann sich jeder bei Bedarf eine kurzzeitige Auszeit gönnen.
Wem die Strecke nicht ausreicht, kann weiter joggen bis zum Stadtwald im Westen oder um den erwähnten Aachener Weiher noch eine Runde drehen.